Urban Farming: Von der Wohnung auf den Teller – So gelingt es!

Urban Farming: kein eigener Garten aber trotzdem Lust auf Anbau von Obst- und Gemüsepflanzen? Das ist möglich! Stell Dir vor, Deine eigenen Tomaten in den Händen zu halten oder mit den selbst gezogenen Chilis das nächste Gericht zu würzen. Alles, was Du für die Aussaat und Anzucht brauchst, erzählen wir Dir im Verlauf des Artikels. Außerdem dabei sind für Dich viele nützliche Tipps und Tricks. Wir zeigen Dir, wie man Saatgut einfach anzieht, das Maximum rausholt und welche Tools und Tricks dabei hilfreich sind.

  1. Anzuchterde, Quelltöpfe oder Kokos?
  2. Erstausstattung für das Urban Farming
  3. Der richtige Zeitpunkt für eine Aussaat
  4. Der optimale Standort
  5. Die richtige Düngung
  6. Wann wird umgetopft?
  7. Ausgeizen
  8. Zusammenfassung
  9. Gemüseanbau ohne grünen Daumen?
  10. Anzuchtkalender

Anzuchterde, Quelltöpfe oder Kokos?

Die Wahl des Anzuchtmediums scheint zunächst eine Herausforderung zu sein. Sobald Du allerdings die Vor- und Nachteile eines jeden Substrates kennst, kannst Du am Ende das für dich passendste Medium wählen. 

Anzuchterde

Frux Aussaaterde, 10 Liter
Frux Aussaaterde, 10 Liter

Anzuchterde, ist ein spezielles Substrat, das für die Aussaat von Samen und die Keimung von Pflanzen entwickelt wurde. Holzfasern und Bims sorgen für eine gute Durchlüftung und eine ideale Speicherung von Wasser. Die organischen Nährstoffe zersetzen sich nach und nach und unterstützen Deine Pflanzen beim Wachstum. Anzuchterde macht sich gut in Anzuchttöpfen, wie zum Beispiel dem Romberg-Anzuchttopf mit einem Durchmesser von 8cm.

Das Gute dabei ist: Du kannst den Anzuchttopf mit in die Erde pflanzen, da dieser sich mit der Zeit zersetzt! Anzuchterde ist leicht und gut durchlässig, was dazu beiträgt, dass die Wurzeln der Pflanzen gut atmen und Wasser und Nährstoffe aufnehmen können. 

Quelltöpfe oder Jiffys

Jiffys sind torbasierte Quelltöpfe, welche durch ein dünnes Schutznetz in Form gehalten werden. Sie sind sehr praktisch, da sie bereits in die richtige Größe für die Aussaat von Samen portioniert sind und keine zusätzliche Erde oder Substrat

erfordern. Der Vorteil hierbei ist, dass Quelltöpfe komprimiert geliefert werden und somit platzsparend eingelagert werden können. Bei Bedarf musst Du den Quelltopf nur noch mit Wasser aktivieren bzw. aufquellen lassen und kannst innerhalb kürzester Zeit dein Saatgut einsetzen. Du möchtest es direkt größer angehen? Dann schau dir die Jiffy Anzuchtschale mit 60 Jiffys an. Jiffy-Tabletten sind in der Regel etwas teurer als Anzucht und Kokoserde.

Kokoserde

Romberg Kokos Anzuchterde, 2,5 Liter
Romberg Kokos Anzuchterde, 2,5 Liter

Kokos Erde ist ein Substrat, welches aus der Rinde der Kokosnuss hergestellt wird. Sie ist reich an Nährstoffen und hat die Fähigkeit, Wasser gut zu speichern. Kokos ist eine natürliche Alternative zu Torf und anderen organischen Materialien.

 

 

Kokos Quelltabletten, 100 Stk.

Kokos-Substrat bekommst Du auch als Jiffys oder Kokos-Quelltabletten, welche kurze Zeit nach dem Wässern bzw. Aufquellen einsatzbereit sind.

Anzuchterde ist in der Regel die gängigste und preiswerteste Wahl. Allerdings sind Kokoserde und Quelltöpfe wie Jiffys auch gute Optionen – je nach den Bedürfnissen des Gärtners. Wirf auch mal einen Blick auf die Root Riot Anzuchtwürfel – diese sind nicht nur optimal für die Anzucht von Saatgut, sondern auch für die Anfangszeit von Stecklingen gut geeignet. Es ist grundsätzlich wichtig, dass das Substrat gut durchlässig und reich an Nährstoffen ist, damit Du die besten Ergebnisse erzielen kannst.  

Erstausstattung für das Urban Farming

Eine gewisse Grundausstattung zum Urban Farming solltest Du zu Beginn haben. Im Folgenden gehen wir auf die wichtigsten und nützlichsten Tools ein:  

Um für das Saatgut eine warme, feuchte Umgebung zu schaffen benötigst Du ein Zimmergewächshaus. Stelle hier deine mit Saatgut ausgestatteten Substrat-Töpfe rein und stelle den Deckel drauf. Solltest Du noch etwas Wärme von unten benötigen, eignen sich dafür Heizmatten, da sie eine gleichmäßige Wärme abgeben. 

Garland Aufzuchtstation für die Fensterbank
Garland Aufzuchtstation für die Fensterbank

Als Rundum-Sorglospaket lohnt es sich, einen Blick auf die Garland Aufzuchtstation zu werfen. Die Aufzuchtstation hat nicht nur sieben eigene Mini-Gewächshäuser, sondern auch eine elektrisch beheizte Wanne und Belüftungsschlitze. Lüfte ab und an behutsam Dein Gewächshaus, damit sich kein Schimmel bildet und die Pflanzen sonst zu sehr verwöhnt werden und einen Schock erleiden könnten, sobald sie rausgepflanzt werden. 

Tipp: Beschrifte Dein Projekt – so weißt Du immer auf einen Blick, welches Saatgut Du wo ausgesät hast. Das geht am einfachsten mit Stecketiketten.

Deine Anzucht muss gleichmäßig feucht (nicht nass) gehalten werden. Dies erreichst Du am besten mit Sprühflaschen, da diese einen sanften, gleichmäßigen Nebel verteilen und das Saatgut an Ort und Stelle bleibt und nicht weggeschwemmt wird. Die Handhabung ist einfach. Du pumpst etwas Druck in das Gerät und kannst dann entspannt gießen:

Der richtige Zeitpunkt für eine Aussaat

Kulturen, die normalerweise in klimatisch sonnigeren und wärmeren Gegenden wachsen, sollten immer vorgezogen werden. Dazu gehören zum Beispiel Chilis und Tomaten. Aber auch jedes anderes mediterranes Saatgut sollte etwas mehr Zeit zu Beginn haben.  

Wenn Du direkt draußen aussäen möchtest, ist es wichtig, den letzten Frost abzuwarten. Dies ist meist nach den Eisheiligen Mitte Mai der Fall – in Gewächshäusern kann oft auch schon früher ausgesät werden. Achte dabei darauf, dass Deine Schützlinge vor schlechten Witterungsbedingungen geschützt sind. Weiter unten findest Du eine Übersicht, für welches Saatgut wann der optimale Zeitpunkt für die Aussaat ist. 

Step-by-step Anleitung: Aussaat in Jiffys 

  1. Stelle die gewünschte Anzahl an Jiffys auf einen Untersetzer, wie zum Beispiel eine Pflanzschale  oder den Boden des Zimmergewächshauses 
  2. Lass die Jiffys mit Hilfe von Wasser ca. 5 Minuten quellen 
  3. Drücke aus jedem Jiffy mit sanftem Druck etwas überschüssiges Wasser aus 
  4. Lege je Jiffy einen Samen vorsichtig in die Mitte (Es keimen nicht immer alle Samen, daher kannst du auch mal 2-3 Samen nehmen, um auf Nummer sicherzugehen)
  5. Besprühe die Jiffys mit einem Handsprühgerät (diese schwemmen das Saatgut nicht von der Stelle)
  6. Stelle den Deckel auf das Gewächshaus und das Gewächshaus an einen hellen Platz (Mehr Informationen zum perfekten Ort einer Anzucht findest Du im nächsten Abschnitt). 

Wenn Du Dich bei Deinem Urban Farming Projekt für Aussaaterde entschieden hast, ist das Prinzip ähnlich: dann fülle etwas Aussaaterde in einen Anzuchttopf und lasse dabei 2-3 cm des Topfrandes frei. Drücke die Aussaaterde etwas fest und stelle sicher, dass diese angefeuchtet ist. Lege 1-2 Samen in die Mitte (bei Kräuter ein paar mehr Samen mit genug Abstand) und bedecke sie ganz leicht mit Erde –  drücke die Erde aber nicht fest. Anschließend kannst Du auch hier leicht die Erde mit einem Handsprühgerät befeuchten und im Zimmergewächshaus mit geschlossenem Deckel anziehen.  

Der optimale Standort

Saatgut am Keimen

Deine kleinen Schützlinge sollten zu Beginn an einem hellen, warmen Ort stehen. 

Perfekt eignet sich hierbei die Fensterbank mit südlicher Ausrichtung. Sobald Keimlinge nicht genug Licht bekommen, wächst die Gefahr, dass sie “vergeilen” – das bedeutet, dass sie sich aktiv das Licht suchen und somit lang und dünn wachsen. Vergeilen ist eine schlechte Grundlage für Deine Pflanze, um später schwere Früchte zu tragen oder Krankheiten zu trotzen.  

Den richtigen Standort kannst Du aber auch ohne Fensterbank schaffen: Optimales, künstliches Licht erreichst Du mit einer Anzucht-LED oder Stecklingsarmatur, wie zum Beispiel die Lightwave T5, Stecklingsarmatur, 48W – so bist Du komplett flexibel bei der Wahl des Ortes. Mit einer Anzuchtlampe hast Du die volle Kontrolle über den gesamten Wachstumszeitraum und bist unabhängig von ungünstigen Wetterbedingungen. Wichtig ist außerdem, Zugluft zu vermeiden.  

Mit einer Anzuchtlampe hast Du die volle Kontrolle über den gesamten Wachstumszeitraum und bist unabhängig von ungünstigen Wetterbedingungen. Wichtig ist außerdem, Zugluft zu vermeiden.  

Die richtige Düngung

Kurz nach der Aussaat ist noch kein zusätzlicher Dünger nötig. Dein Saatgut bringt bereits eine Basis mit. Zunächst erscheinen die sogenannten Keimblätter – dies ist ein gutes Zeichen, das Saatgut ist erfolgreich gekeimt. Sobald das zweite Blattpaar austreibt, ist es Zeit, vorsichtig mit dem Düngen zu beginnen.

BioBizz Root-Juice
BioBizz Root-Juice

Hierbei kannst Du Wurzelbooster hinzugeben wie zum Beispiel den BioBizz Rootjuice  oder Canna Rhizotonic Wurzelstimulator.

Diese Wurzelbooster bestehen größtenteils aus Algen, die das Wurzelwachstum beschleunigen und unterstützen. Stimulierte, kräftig gewachsene Wurzeln sorgen für eine gute Nährstoffaufnahme im weiteren Wachstum. 

Tipp: In dieser Phase benötigt die Pflanze vor allem Wärme und Feuchtigkeit, um schnell zu wachsen.

Nach dem Umtopfen solltest Du spätestens auch mit NPK-Wachstumsdünger anfangen. Geeignete Dünger findest Du hier

Tomatenpflanzen
Tomatenpflanzen

 

 

 

 

Wann wird umgetopft? 

Der richtige Zeitpunkt, um eine Pflanze von der Anzucht umzutopfen, hängt davon ab, wie stark die Pflanze gewachsen ist und wie viele Wurzeln sie gebildet hat. Im Allgemeinen ist es am besten, die Pflanze dann umzutopfen, wenn sie mindestens zwei bis drei Blattpaare hat und die Wurzeln den Boden des Anzuchttopfs erreicht haben.  

Wenn Du bemerkst, dass die Pflanze anfängt, eng in ihrem Topf zu werden und die Wurzeln durch die Drainageöffnungen drücken, ist es Zeit, sie in einen größeren Topf umzutopfen. Auch wenn Du bemerkst, dass die Wurzeln braun und verknotet sind, ist es Zeit, umzutopfen.

Paprikapflanze beim Umtopfen
Paprikapflanze beim Umtopfen

Es ist wichtig, dass Du dabei vorsichtig vorgehst, um die Wurzeln der Pflanze nicht zu beschädigen. Verwende neue Erde, wie zum Beispiel den BioBizz All-Mix und einen größeren Topf. Stelle sicher, dass die Pflanze nach dem Umtopfen gut gegossen wird. 

Stepbystep Anleitung: Umtopfen 

  1. Lege dir alle Utensilien, die Du zum Umtopfen benötigst, zurecht:
    1. Erde 
    2. Töpfe mit passendem Untersetzer 
    3. Handschaufel
    4. Gießkanne
    5. Handschuhe
    6. Tipp: Verwende in der Wohnung eine Pflanzschale als Unterlage zum Umtopfen – so vermeidest Du Erde auf dem Boden und kannst die restliche Erde wieder zurück schütten 
  2. Nehme die Pflanze vorsichtig aus dem Zimmergewächshaus
    • Wenn Du ein Kunststoff-Topf zum Anziehen verwendet hast, musst Du nun die Pflanze vorsichtig aus dem Topf lösen und etwas überschüssige Aussaaterde rundherum entfernen.
    • Bei Jiffys, Kokos oder Anzuchterde in kompostierbaren Töpfen ist dies nicht nötig – sie zersetzen sich mit der Zeit und können daher direkt in den nächsten Topf mit eingepflanzt werden! 
  3. Fülle den neuen Topf mit frischer Erde, sodass er ca. 2/3 voll ist. 
  4. Setze die Pflanze in den neuen Topf ein und fülle weitere Erde drum herum, sodass die Pflanze einen sicheren Stand hat. Drücke die Erde etwas fest. 
  5. Gieße mit der Gießkanne etwas an und stelle den Topf an einen hellen, warmen Ort ohne Zugluft. 

Ausgeizen – bei Tomaten das A und O eines ertragreichen Anbaus 

Tomaten sollten im späteren Verlauf des Wachstums ausgeizt werden, um eine bessere Luftzirkulation und damit das Eindringen von Licht in die Pflanzen zu ermöglichen. Dies verhindert das Wachstum von Schimmel und Pilzen, die sich in feuchten und schattigen Bereichen entwickeln können.  

Das Ausgeizen von Tomatenpflanzen führt außerdem dazu, dass die Pflanzen stärker und gesünder wachsen, da die Energie der Pflanze nicht auf das Wachstum von unnötigen Trieben und Blättern verschwendet wird. Es trägt auch dazu bei, dass DU nicht nur viel mehr Tomaten ernten wirst, sondern die Tomaten auch größer und reifer werden, da die Pflanze ihre Energie vollständig auf die Bildung von Früchten konzentriert. 

Um zum Beispiel Deine Tomate auszugeizen, solltest du regelmäßig nach Seitentrieben, die sich zwischen den Blattachseln des Haupttriebes entwickeln, suchen und diese entfernen. Du solltest sie sanft mit einer scharfen Schere abschneiden, damit keine Wunden auf der Pflanze zurückbleiben. Es ist wichtig, die Pflanze regelmäßig zu überwachen, da neue Seitentriebe schnell wachsen können. Es empfiehlt sich die Pflanze in den frühen Morgenstunden oder am späten Nachmittag auszugeizen, wenn die Pflanze am wenigsten anfällig für Stress ist. 

Es gibt viele Gemüsepflanzen, die nicht ausgeizt werden müssen, um erfolgreich zu wachsen und Früchte zu tragen. Einige Beispiele dafür sind: Karotten, Sellerie, Zwiebeln und Knoblauch. Diese Pflanzen bilden ihre Früchte unter der Erde und benötigen keine Unterstützung durch das Ausgeizen. Andere Pflanzen wie Kürbis, Zucchini und Gurken haben viele Seitentriebe, die von Natur aus dazu dienen, mehr Früchte zu tragen. Durch das Ausgeizen werden diese Triebe entfernt und es kann sogar dazu führen, dass die Pflanze weniger Früchte produziert.

Chilis und Paprika gehören zu den Gemüsepflanzen, die in der Regel nicht ausgegeizt werden müssen. Dies liegt daran, dass beide Pflanzenarten in ihrem natürlichen Umfeld oft in Büscheln wachsen und sich gegenseitig unterstützen. Dies bedeutet, dass sie weniger Unterstützung durch das Ausgeizen benötigen, um erfolgreich zu wachsen und Früchte zu tragen.

Ein weiterer Grund, warum Chilis und Paprika meistens nicht ausgegeizt werden müssen, ist, dass sie in der Regel viele Seitentriebe bilden, die dazu dienen, mehr Früchte zu tragen. Durch das Ausgeizen werden diese Triebe entfernt und es kann sogar dazu führen, dass die Pflanze weniger Früchte produziert.

Es gibt jedoch auch Ausnahmen, bei sehr dichtem Pflanzenbestand oder bei ungünstigen Wachstumsbedingungen kann es sinnvoll sein die Pflanze auszugeizen, um ihr Wachstum und die Fruchtbildung zu verbessern. Es ist also wichtig, die Wachstumsbedingungen und die Art der Pflanze zu berücksichtigen, bevor man sich entscheidet, ob man Chilis oder Paprika ausgeizt oder nicht.

Allerdings sollte man beachten das, durch das Ausgeizen, die Pflanze ihre Energie auf die Bildung von Früchten konzentriert und dadurch größer und reifer werden können. Wir geizen unsere Chilis in der Regel nicht aus und sind mit den Ergebnissen immer mehr als zufrieden 🙂

Zusammenfassung

Urban Farming mit etwas Grundwissen unkompliziert – beginne jetzt zu Hause mit Deinem ersten Projekt.

Folgende Tipps haben wir nochmal für Dich zusammengefasst – sie führen Dich zu einem erfolgreichen Anbau und somit Spaß im Garten:

  1. Wichtig ist es, das richtige Saatgut zu wählen. Verwende hochwertige und frische Saatgut, da es eine höhere Keimrate hat. 
  2. Verwende das richtige Substrat und achte auf eine richtige Drainage. Ein gut durchlässiger Boden ist wichtig, um das Wachstum der Pflanzen zu fördern und vor allem Staunässe zu vermeiden. 
  3. Richtige Beleuchtung ist entscheidend. Pflanzen brauchen Licht zum Wachsen, stelle also ausreichend Licht zur Verfügung, um die Pflanzen zu unterstützen. 
  4. Gieße und dünge die Pflanzen regelmäßig. Pflanzen benötigen Wasser und Nährstoffe, um zu gedeihen. 
  5. Pflege und überwache die Pflanzen. Achtet auf Anzeichen von Schädlingen und Krankheiten und ergreife gegebenenfalls Maßnahmen. 
  6. Topfe die Pflanzen rechtzeitig um, um das Wachstum zu fördern und die Pflanzen fit zu halten. 
Tomatenpflanze
Tomatenpflanze

Die Anzucht von Saatgut erfordert Sorgfalt und Aufmerksamkeit, aber es lohnt sich, wenn man erfolgreich Pflanzen anziehen kann. 

Gemüseanbau ohne grünen Daumen?

Du hast kein Händchen für Pflanzen, aber möchtest trotzdem frisches, eigenes Gemüse anbauen und ernten? Dann wirf doch mal einen Blick auf unser Autopot-Sortiment.

Autopot Bewässerung, wie zum Beispiel das easy2grow-System, ist ideal für Menschen, die Gemüse anbauen wollen, aber keinen grünen Daumen haben. Autopot-Bewässerung ist besonders benutzerfreundlich und erfordert kaum Wartung. Das System besteht aus einem Tank der über Schläuche und das besondere „AquaValve“ Ventil die Untersetzer der Pflanztöpfe bewässert und das Pegel stets auf dem optimalen Level hält.

Ein großer Vorteil von Autopot Bewässerung ist, dass es die Pflanzen automatisch und gleichmäßig bewässert, ohne dass der Anbauer darauf achten muss, wann und wie viel Wasser er auf die Pflanzen gießen sollte. Das Bewässerungssystem stellt sich automatisch auf die spezifischen Bedürfnisse unterschiedlicher Pflanzen ein, so dass jede Pflanze immer genug Wasser bekommt, ohne dass sie über- oder unterwässert wird.

Und wenn Du jetzt noch Langzeitdünger wie zum Beispiel Plagron Bat Guano, BioTabs oder BioBizz Pre Mix verwendest, werden Deine Pflanzen fast ganz automatisch wachsen und gedeihen ohne dass Du etwas tun musst. Hier und da ein wenig Ausgeizen und nach dem Rechten sehen reicht völlig aus, bis Du leckeres Gemüse und Obst ernten kannst.

Anzuchtkalender

Aussaat im März bis April
Saatgut Ernte
Blumenkohl (frühe Sorten) Juli
Chili (Wer kann, sollte schon im Februar aussäen) Juli
Karotten ab Mai
Kohlrabi Juni – Oktober
Kopfsalat ab Mai
Erbsen ab Juni
Pastinaken September – November
Spinat (Frühjahrsaussaat) April – Juni
Radieschen (frühe Sorten) April – Juni
Tomaten Juli
Zwiebeln August – September
Aussaat im Mai bis Juni
Saatgut Ernte
Buschbohnen Juli – September
Blumenkohl (Herbstsorten) Oktober – November
Brokkoli Juli – Oktober
Grünkohl Oktober – Februar
Gurken Juli – September
Kürbis September – Oktober
Mangold Juli – Oktober
Radieschen (Folgesaat) Juli – September
Salat (Folgesaat) Juli – September
Rosenkohl Oktober – Februar
Steckrüben Oktober – November
Zucchini Juli – September
Aussaat im Juli bis August
Saatgut Ernte
Feldsalat September – Dezember
Porree September – Dezember
Radieschen August- Oktober
Spinat (Herbstaussaat) September- Oktober
Aussaat im September
Saatgut Ernte
Feldsalat ab März
Mangold ab März
Rucola ab Oktober
Spinat ab März
Winter-Portulak ab März
Winterknoblauch ab März

Welche Grow Lampe für welche Growbox-Fläche

Growbox Beleuchtung

Fläche LED MH (Wuchs) NDL (Blüte)
40×40 SANlight Q1W S2.1 Gen2
Greenception GCx 2solo
60 x 60 SANlight EVO 3-60
Greenception, GCx 4
Lumatek ATS PRO 200W
hortiONE 420
Pure LED Quantum Board Q150, 150W
250 Watt
Lumatek EVSG
250 Watt
EVSG wie MH
80 x 80 SANlight EVO 3-80
Lumatek ATS PRO 200W
2x hortiONE 420
Greenception, GCx 4
Pure LED Quantum Board Q150, 150W
250 Watt
Lumatek EVSG
400 Watt
EVSG wie MH
100 x 100 2x SANlight EVO 3-100
Greenception GCx-9
Lumatek ATS PRO 300W
2x hortiONE 600
Pure LED Quantum Board Q240, 240W
400 Watt
Lumatek EVSG
600 Watt
EVSG wie MH
120 x 120 2x SANlight EVO 4-120
Greenception GCx 16
Lumatek Zeus PRO 465W 2.9
2x hortiONE 600
Pure LED Quantum Board Q320, 320W
600 Watt
Lumatek ESVG
4x 250 Watt
EVSG wie MH
240 x 120 4x SANlight EVO 4-120
2x Greenception GCx 16
2x Lumatek Zeus PRO 465W 2.9
4x hortiONE 600
2x Pure LED Quantum Board Q320, 320W
2x 600 Watt
2x Lumatek ESVG
2x 600 Watt
EVSG wie MH
150 x 150 2x SANlight EVO 5-150
Lumatek Zeus Pro 600W 2.9
Greenception GCx 25
4x 400 Watt
4x Lumatek EVSG
4x 400 Watt
EVSG wie MH

Welches Licht wird in der Wachstumsphase benötigt?

Um sich in der vegetativen Phase gut zu entwickeln, benötigen Deine Pflanzen vor allem Licht im blauen Farbspektrum. Insgesamt kann man hier von einem Spektrum von ca. 4000 – 8000 Kelvin sprechen, wobei sich Leuchtmittel mit rund 5000 – 7000 Kelvin als ideal herausgestellt haben. Ein sehr genaues Farbspektrum lässt sich mit der LED-Technik erreichen, TLEDs wie die Secret Jardin TLED Wuchs mit 42 Watt lassen sich kombinieren und aufgrund ihres geringen Gewichts überall in der Growbox verteilen. Für herkömmliche Beleuchtungskonzepte eignen sich Metallhydrid-Leuchtmittel gut, verbrauchen aber deutlich mehr Strom.

Welches Licht eignet sich für die Blühphase?

Damit die Pflanzen Deines Indoor Grows kräftige Blüten mit leckeren Terpenen ausbilden, benötigen sie unbedingt Licht im roten Farbspektrum. Hier ist sind Wellenlängen von 2500 bis 3500 Kelvin ideal. Für diese Farbtemperatur kannst Du Natriumdampflampen verwenden oder mehrere LED-Lichtleisten. Nach neuesten Erkenntnissen ist der zusätzliche Einsatz des Far-Red-Spektrums (ca. 730 nm) der Pflanzenentwicklung sehr zuträglich. Bei Vollspektrum-LED-Leuchtmitteln werden daher mittlerweile immer häufiger Far-Red-Leds zusätzlich eingebaut.

Was sind Vollspektrum-LEDs?

Die moderne LED-Technik ermöglicht es, in einer Growlampe das komplette Lichtspektrum zu vereinigen, dass Deine Pflanzen von der Jungpflanze bis zur Blüte benötigen. Der Einsatz von LEDs mit unterschiedlicher Wellenlänge sorgt für ein ausgeglichenes Farbspektrum, wobei bei LED Growlampen das Farbspektrum in der Regel nicht in Kelvin, sondern in Nanometer (nm) angegeben wird. Hier haben Vollspektrum LED´s dann meist einen Bereich von ca. 400 – 780 nm (inklusive Far-Red), manche Modelle wie z. B. die Greenception GCx-Serie von Greenception bieten sogar noch einen Anteil UV-A.

Wie kann man mit LED-Technik Kosten sparen?

Gegenüber herkömmlichen MH- und NDL-Lampen ließen sich schon mit der letzten Generation von LED Growlampen im Schnitt bis zu 30 % Energiekosten sparen. Die Effizienz der einzelnen LEDs wird natürlich immer wieder verbessert, aktuelle Modelle wie z. B. eine Lumatek Zeus Pro 600W mit einer Lichteffizienz von 2,9 µmol/J bewegen sich schon in Richtung 40 % Einsparpotenzial. Zusätzlich lassen sich LEDs hervorragend dimmen, ohne dabei an Effizienz zu verlieren. Das spart noch einmal erheblich Stromkosten bei der Aufzucht von Jungpflanzen und während der Wachstumsphase.

Welche Lampen eignen sich gut für die Anzucht?

Mittlerweile gibt es hervorragende LED und LSR-Lampen speziell für ganz junge Pflanzen und die Stecklingsvermehrung. Sie geben wenig Hitze ab und haben keine Hotspots. Das schont die empfindlichen Jungpflanzen und sorgt für eine erfolgreiche Durchwurzelung. Im Bereich der Leuchtstoffröhren bieten sich komplette Armaturen wie z. B. die Lightwave T5 Stecklingsarmatur oder fertige LED-Lösungen wie die Cosmorrow LEDs von Secret Jardin. Hierbei gibt es auch praktische Doppelnetzteile, über die direkt zwei LED-Lichtleisten versorgt werden können.

Automatische Grow-Tröpfchen-Bewässerung für Balkon und Topfpflanzen

Automatische Grow-Tröpfchen-Bewässerung für Growzelt oder Balkon

Eine ausreichende Versorgung mit Wasser ist die Grundvoraussetzung für alles Leben. Da eine perfekte Bewässerung Deines Grows erheblichen Einfluss auf Wachstum und Ernte hat, stellen wir Dir heute die Vorteile der verschiedenen automatischen Bewässerungssysteme vor. Durch einen hohen Grad an Automatisierung verbessern diese Systeme nicht nur das Gesamtergebnis und erleichtern Dir die Arbeit, sondern Du bekommst bei einigen System auch die Möglichkeit, Deine Pflanzen trotz längerer Abwesenheit zuverlässig zu bewässern. Mit den richtigen Komponenten kannst Du Dir ohne Probleme Deine eigene Tröpfchenbewässerung selber bauen.

Vorteile der automatischen Tröpfchenbewässerung

Das Bewässern Deiner Pflanzen mit einem automatischen Bewässerungssystem bringt eine Menge Vorteile mit sich. War es bisher ein Problem, Deinen Grow für mehrere Tage oder auch Wochen alleine zu lassen, hast Du mit einem automatischen System die ideale Urlaubsbewässerung. Auch Dein Wasserverbrauch wird sich verringern, da die Bewässerung direkt an der Wurzel stattfindet und weniger Wasser ungenutzt verdunstet. Unerwünscht hohe Luftfeuchtigkeit, z. B. in der Growbox, wird dadurch reduziert. Ist die automatische Tröpfchenbewässerung einmal installiert, spart sie Dir jeden Tag im Betrieb Zeit und lässt Deinen Schützlingen genau die benötigte Wassermenge zukommen. Die Tröpfchenbewässerung ist universell einsetzbar, d. h. Du kannst sie Indoor oder Outdoor, für Topf-, Balkon- und Zimmerpflanzen sowie natürlich in Deiner Growbox nutzen.

Funktionsweise automatischer Tröpfchen-Bewässerungssysteme

Im Grunde sind Tröpfchen-Bewässerungssysteme einfach aufgebaut und eignen sich daher gut zum selber zusammenstellen. In der Regel wird hinter die Wasserversorgung, also entweder die Pumpe in einem Behälter oder den Wasserhahn, ein Druckminderer mit Filter geschaltet. Von hier aus geht es weiter mit einer Hauptleitung (Verlegerohr), von dieser abgehend werden dann mittels kleinerer Schläuche (Mikroschläuche) die einzelnen Pflanzen versorgt. Um eine saubere Dosierung zu erreichen, werden auf die Verteilerrohre noch spezielle Tropfer oder Sprüher montiert. Alternativ gibt es auch die Möglichkeit, Tropfer direkt ins Verlegerohr einzusetzen und dieses dann an den einzelnen Pflanzen vorbei zu führen. Die Automatisierung erfolgt hierbei durch eine Zeitschaltuhr. Eine Ausnahme bilden stromlose Systeme wie von Autopot, hierzu bekommst Du mehr Informationen im folgenden Absatz.

Die drei gängigsten Typen der Tröpfchenbewässerung

Für Homegrower haben sich drei verschieden Systeme als praktisch und zuverlässig herausgestellt. Die wohl einfachste Möglichkeit ist der Anschluss direkt an einen Wasserhahn. Diese Systeme besitzen in der Regel eine akkubetriebene Zeitschaltung. Wenn Du Platz für eine Zisterne hast (also im Grunde einen größeren Bottich o. ä.), kommt für Dich auch eine Tauchpumpe in Frage. Der große Vorteil der Zisterne ist, dass Du das Wasser im Vorratsbehälter unproblematisch auf pH- und EC-Wert einstellen kannst. Damit werden Deine Pflanzen gleichzeitig perfekt mit Nährstoffen versorgt.

Autopot easy2grow 6
Stromlose Bewässerung mit Autopot

Eine passive, stromlose Bewässerungsanlage bieten Dir Systeme wie Autopot. Hier wird mit einem Wassertank, Töpfen und speziellen Untersetzern gearbeitet. Das Autopot-System füllt die Untersetzer ventilgesteuert bis zu einem bestimmten Pegel mit Wasser. Nun kann die Pflanze langsam das Wasser verbrauchen, ohne dass Weiteres zugeführt wird. Erst nachdem alles Wasser verbraucht wurde, gibt ein Spezialventil nach einer kurzen Trockenzeit die Wasserversorgung wieder frei.

Detaillierter Aufbau eines automatischen Bewässerungssystems

Bei Tröpfchen-Bewässerungssystemen, die mit Druck arbeiten, wird die Wassermenge nicht nur durch die Größe der Tropfer, sondern auch durch die Zeit bestimmt, in der im System Wasserdruck herrscht. Hierzu wird die Wasserzufuhr entweder am Wasserhahn oder an der Pumpe einer Zisterne in Intervallen per Zeitschaltuhr oder Bewässerungscomputer aktiviert. In das Verlegerohr (meist 16, 20 oder 25mm Durchmesser) baust Du als erstes einen Druckminderer ein, der den Wasserdruck auf ca. 1,5 – 1,8 Bar reguliert. Da ein Filter unerlässlich ist, um Verstopfungen der Tropfer / Sprüher zu vermeiden, empfiehlt sich hier direkt ein Kombi-Element aus Filter und Druckminderer. Vor oder hinter den Druckminderer solltest Du noch ein Rückschlagventil setzen, um die Trinkwasserhygiene bei einem eventuellen Unterdruck im Hauswassersystem nicht zu gefährden. Damit beim Start des Bewässerungsintervalls alle Tropfer gleichzeitig Wasser abgeben, hält das Rückschlagventil auch einen Restdruck im System und verhindert ein Leerlaufen der Leitungen. Von hier ab baust Du dann mithilfe von T- Verbindern, Endstücken und Kupplungen die Hauptleitung aus PE-Schläuchen (16, 20 oder 25 mm), so wie Du sie brauchst. Nun kannst Du entweder direkt Tropfer oder Kapillare an der Hauptleitung montieren (wenn sie direkt an Deinen Pflanzen vorbeiführt) oder jeweils eine dünne Leitung (Mikroschlauch 4×6 mm) von der Hauptleitung zu den einzelnen Pflanzen führen. Dazu machst Du mit der Lochstanze an den entsprechenden Stellen Löcher in die Hauptleitung und montierst entweder direkt den Tropfer, Kappillare oder einen Startverbinder. An den Startverbinder schließt Du dann den 4×6 mm Mikroschlauch an. Aufgrund von deren Flexibilität lässt sie sich leicht auf die passende Länge schneiden und zu den einzelnen Pflanzen / Töpfen führen. In der Regel wird auf das Leitungsende noch ein Tropfer / Sprüher gesetzt, um einen gleichmäßigen Durchfluss zu gewährleisten. Auch für die dünnen Leitungen gibt es natürlich Winkel, Verbinder, T-Stücke etc. Du kannst also alle Ecken Deiner Anbaufläche gut erreichen. Wer auf Tropfer verzichten möchte, hat noch die Möglichkeit, besonders dünne Kapillaren mit 3,2 mm Aussendurchmesser zu verwenden. (Für unterschiedliche Durchflussraten gibt es sie mit verschiedenen Innendurchmessern). Diese Kapillarschläuche werden direkt in die vorgestanzten Löcher der Hauptleitung gesteckt und dann zur Pflanze geführt.

Tipps und Tricks zum Schluss

Einige Dinge sind einfach nur gut zu wissen, andere sind unerlässlich für einen zuverlässigen Betrieb Deines neuen automatischen Tröpfchen-Bewässerungssystems. Wie schon erwähnt gehört ein Filter unbedingt ins System. Auch wenn das verwendete Wasser noch so sauber wirkt, die feinen Düsen von Sprühern und Tropfern verstopfen schon durch kleine Fremdkörper. Stelle auch sicher, dass Du den richtigen Druckminderer verwendest – 1,5 bis 1,8 bar sollte Dein System haben. Wenn Du sehr viele Tropfer und Leitungen verwendest, kann der Druck auch minimal höher liegen, damit alle Tropfer ausreichend Arbeitsdruck erhalten. Druckminderer für Flächenbewässerung sind nicht geeignet, hier werden Drücke von über 3 bar verwendet! Die Elemente verschiedener Hersteller sind untereinander kompatibel. So kannst Du z. B. den 16 mm T-Verbinder eines Herstellers problemlos mit dem 16 mm PE-Rohr eines anderen Herstellers verwenden. Gleiches gilt natürlich auch für die dünnen Kapillar- und Tropfleitungen. Die gängigste Variante bei Urlaubsbewässerungssystemen sind 4x6mm Mikroschläuche mit entsprechenden Tropfern. Du kannst also auch bestehende Systeme problemlos erweitern. Üblicherweise gibt es bei der Bewässerung verschiedene Maße, nämlich Zoll und metrisch. Elemente aus dem Sanitärbereich werden z.B. in Zoll angegeben, PE-Rohre wiederum in Millimetern, also metrisch. Bei Gartenschläuchen ist beides üblich. Damit Du Elemente in Zoll mit metrischen mischen kannst, haben wir ein breites Angebot an Adaptern für Dich im Shop.

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Weniger ist mehr – Überdüngung beim Indoor Grow

Ähnlich wie beim Gießen solltest Du Dich auch beim Düngen schnellstmöglich vom Gedanken des “viel hilft viel” verabschieden. Überdüngte Pflanzen können die Masse an Nährstoffen einfach nicht verarbeiten. Sie wachsen schlechter, schmecken nicht gut und können schlimmstenfalls “verbrennen”.

Grow Überdüngung erkennen

Wenn Deine Pflanzen am sogenannten Nährstoffbrand leiden, bekommen die Blätter gelbe oder braune Spitzen und Ränder. Die Blattspitzen rollen sich ein, die Verfärbung wandert zum Blattinneren. Schließlich sterben die Spitzen ab.
Die Versorgung Deiner Pflanzen mit Nährstoffen erfolgt zudem in Wechselwirkung zueinander. Die Überversorgung (durch Überdüngung) mit einem Nährstoff kann also sehr wohl zu einem Mangel an anderen Nährstoffen führen. In diesem Fall solltest Du auf keinen Fall versuchen, die Mangelerscheinungen durch Zugabe von mehr Dünger zu beheben.

Sämlinge überdüngen sofort

Gerade bei Sämlingen ist die Gefahr der Überdüngung besonders groß. Die Samen enthalten alle wichtigen Nährstoffe für diese empfindliche Phase, weswegen Du unbedingt ungedüngte Anzuchterde verwenden solltest.
Erst wenn der Keimling genügend eigene Wurzeln entwickelt hat (1-2 Wochen), solltest Du ihn in einen größeren Topf mit Blumenerde umtopfen.
Blumenerde ist üblicherweise vorgedüngt, daher solltest Du auch hier zunächst keinen zusätzlichen Dünger hinzufügen.

pH-Wert und EC-Wert kontrollieren und korrigieren

Beide Werte müssen sich im optimalen Bereich bewegen, um auch eine optimale Nährstoffversorgung Deines Grows zu gewährleisten.
Wenn der pH-Wert des Bodens nicht richtig eingestellt ist, können Nährstoffe in den Blättern nicht richtig verarbeitet werden und es kommt zum Nährstoffbrand.
Der optimale pH-Wert beim Grow auf Erde liegt zwischen 6,0 und 7,0.
Ist wiederum der EC-Wert zu hoch, dann ist Dein Grow Medium möglicherweise versalzen, was zu einer Nährstoffsperre oder einem Nährstoff Lockout führen kann.
Was wiederum aussieht wie ein Mangel an Nährstoffen, ist tatsächlich eine Sperre im Boden. Die benötigten Mineralien können wegen der Übersättigung des Bodens mit Salzen von der Pflanze nicht aufgenommen werden.

Unser Growmart Tipp im Blog: pH-Wert messen und korrigieren
Die passenden pH Messgeräte und EC-Messgeräte kannst Du bei uns bestellen!

Grow Überdüngung Ursachen

Übertriebene, zu gut gemeinte oder schlichtweg falsche Anwendung von Grow Dünger sind die Hauptursachen für den Nährstoffbrand bei Pflanzen.
Auch die Hersteller von Grow Düngern tragen dazu bei. Oft reichen 20% der auf der Packung angegebenen Menge.
Ebenso solltest Du darauf achten, wirklich auch den richtigen, gut abgestimmten Dünger zu verwenden.
Tritt die Überdüngung nach dem Umtopfen von Jungpflanzen ein, dann liegt es in der Regel an der vorgedüngten Blumenerde. In diesem Fall reicht es normalerweise aus, der Pflanze 1-2 Woche Zeit zu geben, um die in der Erde enthaltenen Nährstoffe komplett zu verarbeiten.

Grow Überdüngung was tun

Wenn Deine Pflanzen die oben beschriebenen Anzeichen einer Überdüngung aufweisen, dann solltest Du den Grow spülen oder flushen. Flute die Erde oder den Topf mit reinem Wasser durch und warte dann 10 Minuten ab, bevor Du ein zweites mal spülst. Der EC-Wert des Drains sollte nicht mehr als 50 ppm betragen.
Wenn Du keine weiteren Nährstoffe oder Dünger verabreichst, sollte sich die Pflanzen von alleine wieder erholen.

So gießt Du Deinen Indoor Grow richtig

Wasser ist Leben, das gilt natürlich auch für Deine Pflanzen in der Growbox. Also regelmäßig gießen, aber wie viel und wie oft, und wann gieße ich am besten, und welches Wasser nehme ich dazu?
Diese und andere Fragen beantworten wir Dir auf dieser Seite.
Denn durch die richtige Bewässerung Deiner Pflanzen kannst Du sehr viel zu ihrer gesunden Entwicklung beitragen und Deine Erträge deutlich steigern.

Wie viel gießen?

Die erste und wahrscheinlich wichtigste Frage beim Gießen Deiner Pflanzen dreht sich um die Häufigkeit der Bewässerung und die richtige Menge an Wasser. Natürlich soll Dein Grow nicht austrocknen, doch Staunässe im Wurzelbereich ist hier fast noch gefährlicher.
Als Grundregel gilt: die Erde sollte immer feucht, aber nie nass sein. Du erkennst das gut am Gewicht der Töpfe.
Eine wichtige Rolle in diesem Zusammenhang spielt hier auch die Temperatur in Deinem Grow Room oder Deiner Grow Box. In einer heißen Umgebung brauchen die Pflanzen naturgemäß mehr Wasser, auch weil ein großer Teil durch Verdunstung über die Blätter wieder ausgeschieden wird. (Bei ausgeprägter Verdunstung über die Blätter benötigen die Pflanzen übrigens auch weniger Dünger.)
Andere, wichtige Einflussfaktoren sind die Größe der Pflanze und ihr Entwicklungsstadium (Keimling, Wachstum, Blüte), genauso wie die Größe der Töpfe, die Du bei Deinem Grow verwendest.
Auch die Struktur Deiner Grow Erde beziehungsweise des Substrats hat Einfluss auf die optimale Menge an Gießwasser. Wichtig ist hier auch, wie gut die Drainage des Wurzelbereichs funktioniert, also wie schnell oder langsam das Wasser wieder abläuft. (Sammelt sich Wasser in den Untersetzern, sollte dies schnell abgegossen werden, da sich sonst leicht Bakterien bilden können)

Unser Growmart Tipp im Blog: So gelingt der Umstieg von Erde auf Coco

Grow täglich gießen?

Eher nicht. Die Häufigkeit der Bewässerung richtet sich nach dem konkreten Wasserbedarf Deiner Pflanzen und nicht nach festgelegten Intervallen.
Wie oft Du Deinen Grow wässern musst, hängt wiederum sehr stark von der Größe der Pflanzen und Töpfe sowie der Menge und Struktur des verwendeten Substrats ab. (Wenn du täglich gießen MUSST, dann ist das ein Hinweis auf zu kleine Töpfe: Zeit zum Umtopfen)
Der Boden sollte vor dem Gießen bereits richtig trocken (natürlich nicht völlig ausgedörrt) sein, denn die Pflanze braucht neben Wasser auch Sauerstoff für ein gesundes Wachstum. In diesem Zusammenhang bieten unsere Air-Pots oder Stofftöpfe eine sehr gute und sauerstoffreiche Alternative.
Am besten hebst Du vor dem Gießen den Topf an und merkst Dir das Gewicht vor dem Gießen, denn getrocknete Erde hat so gut wie kein Gewicht. Sobald Du ein Gefühl für dieses Gewicht entwickelt hast, kannst Du den Wasserbedarf Deiner Pflanzen sehr gut einschätzen.
Tipp: Sehr trockene Erde saugt das Wasser nicht direkt auf, sondern lässt es durchlaufen. Daher die Erde erst etwas anfeuchten und kurze Zeit später dann “richtig” gießen.

Drain Gießen

Wenn Du Deinen Grow alle zwei Tage wässern musst, kannst Du die Pflanzen ruhig nass gießen, beziehungsweise so viel, bis es unten aus dem Topf wieder herausläuft. (Drain Gießen)
Die Pflanzen haben dann anscheinend einen höheren Bedarf und ziehen sowohl Wasser wie den ebenso lebenswichtigen Sauerstoff.
Musst Du nur alle 3-4 Tage gießen, dann sind Deine Töpfe möglicherweise überdimensioniert und Du solltest beim nächsten Grow besser passende Töpfe verwenden oder die Pflanzen entsprechend größer ziehen. (Gerade wenn die Pflanze in die Blüte geht, sollte der verfügbare Bereich gut durchwurzelt sein, um die bestmögliche Nährstoffversorgung zu gewährleisten.)
Selbstverständlich brauchen auch nicht alle Pflanzen gleich viel Wasser. Deswegen wird empfohlen, alle Töpfe einzeln anzuheben und die Pflanzen individuell nach ihrem Bedarf zu gießen.
Auch die Genetik Deiner Pflanzen hat Einfluss auf ihren Durst. Wenn Du eine neue Sorte growst, dann trinkt sie möglicherweise ganz anders als die alten. Immer dran denken: Dein dritter Grow ist Dein erster Grow.

Die beste Zeit zum Gießen

Am besten gießt Du Deinen Grow am Morgen, beziehungsweise in den ersten Stunden der Beleuchtung. Mit dem (Sonnen-) Licht setzen die chemischen Prozesse des Pflanzenwachstums ein und die Pflanze bekommt hierfür ausreichend Wasser. Auf eine Wässerung in den Abendstunden oder zum Ende der Beleuchtungsphase sollte verzichtet werden, weil es die Gefahr von Staunässe oder Wurzelfäule merklich erhöht.
Dein Gießwasser sollte idealerweise eine Temperatur von circa 20° Celsius aufweisen.

Grow gießen mit Leitungswasser?

Beim Gießen Deiner geliebten Pflanzen geht es natürlich nicht nur um die richtige Menge und den richtigen Zeitpunkt, sondern ebenso sehr um das richtige Wasser.
Wenn Du mit Leitungswasser gießt, kommt es sehr darauf an, wo genau Du wohnst und welchen Härtegrad das Wasser in dieser Gegend hat. Gerade in Städten und Ballungsräumen kann das Leitungswasser außerdem verunreinigt sein. (Tipp: Google mal Dein Wasserwerk oder ruf an und erkundige Dich nach den konkreten Werten für Dein Leitungswasser.)
Im besten Fall verwendest du gefiltertes Wasser, zum Beispiel aus einer Umkehrosmose-Anlage, weil es Dir erlaubt, den pH- und den EC-Wert sehr präzise auf die Bedürfnisse Deiner Pflanzen einzustellen. Mit einem stabilen pH- und EC-Wert können Deine Pflanzen auch viel mehr Nährstoffe aufnehmen.
Manche Grower gießen ihre Pflanzen auch mit Regenwasser, welches jedoch nicht unbedingt besser ist als das Wasser aus der Leitung. Beim Gießen mit Regenwasser sollten bestenfalls Tanks in Lebensmittelqualität verwendet werden.

pH-Wert und EC-Wert beachten

Beim Gießen Deiner Pflanzen solltest Du unbedingt auch auf den pH-Wert und den EC-Wert des verwendeten Wassers achten.
Leitungswasser enthält oft mehr Chlor als die Pflanzen vertragen, während der pH-Wert häufig 8 bis 8,5 beträgt.
Deine Pflanzen benötigen jedoch eine neutrale bis leicht saure Erde. Zur Bewässerung empfiehlt sich daher Wasser mit einem pH-Wert von 6,5.
Wir empfehlen die Anschaffung eines Messgerätes für den pH-Wert ebenso wie für den EC-Wert.

Unser Growmart Tipp im Blog: pH-Wert messen und korrigieren

Keimlinge, Stecklinge, Wachstum, Blüte

Natürlich spielt auch das jeweilige Entwicklungsstadium Deiner Pflanze eine gewisse Rolle bei der Bewässerung.
Für Sämlinge ohne Wurzeln ist es sehr wichtig, dass die Erde immer feucht ist, weil sie bei der geringsten Trockenheit schnell eingehen. Aber auch hier darf die Erde keinesfalls zu nass sein, weil die Sämlinge bei zu viel Wasser von Schimmelpilzen befallen werden. Statt einer Gießkanne empfiehlt sich hier die Verwendung eines Zerstäubers zur Anfeuchtung der Erde. Sobald die Sämlinge ein Wurzelsystem entwickelt haben, sollte auf eine Gießkanne umgestiegen werden.
Wenn die Wurzeln kräftig genug sind, ist es wichtig, die Erde vor der nächsten Bewässerung etwas austrocknen zu lassen.
Gerade in der Phase des Wurzelwachstums kommt es verstärkt zur Schimmelbildung, kurze Trockenzeiten wirken dem entgegen.
In der vegetativen Phase des Pflanzenlebens kommt es darauf an, den Boden langsam und gleichmäßig mit Wasser zu versorgen. Wird zu schnell gegossen, bilden sich in der Erde Wasserkanäle, durch die das Wasser dann ausläuft, ohne den Boden wirklich anzufeuchten.
In der Blütephase verbraucht die Pflanze grundsätzlich mehr Wasser als in der Wachstumsphase, zum Ende der Blüte nimmt der Wasserbedarf jedoch ab. Ansonsten gelten die gleichen Grundsätze für eine ausreichende, nicht übermäßige Bewässerung.

Probleme beim Gießen von Pflanzen erkennen und beheben

Die Fehler, die beim Gießen gemacht werden, wirst Du schnell an den Pflanzen ablesen können. Fehlerhafte Bewässerung kann sich an den Blättern, an den Stielen und auch an den Wurzeln bemerkbar machen.
Der häufigste Fehler ist dabei eine übermäßige Bewässerung. Wenn die Erde zu viel Wasser bekommt, werden wichtige Lufteinschlüsse befeuchtet und die Pflanzen können nicht ausreichend Sauerstoff aufnehmen.
Das Wachstum der Pflanze verlangsamt sich, Blätter vergilben, werden matt oder fallen ab. Wurzeln verfärben sich oder riechen faul. Sollte das der Fall sein, muss die Erde von selbst wieder trocknen bis sich die Wurzeln der Pflanze wieder erholt haben. Du erkennst das an den kräftigen weißen Wurzeln, die mit Wasser vollgesaugt sind.

Bei einer mangelhaften Bewässerung trocknet erst die Erde und dann die Wurzeln aus. Die Pflanze stellt ihr Wachstum ein.
Die Pflanze schöpft zunächst aus ihren eigenen Reserven bis ihre Zellen leer sind. Dann gelingt es der Pflanze nicht mehr, aufrecht zu stehen, bis schließlich die Zellen absterben.
Plötzlich heller werdende Blätter, hängende, verschrumpelnde oder welkende Blätter sind Anzeichen einer möglichen Unterwässerung.
Ausgetrocknete Pflanzen rehydrierst Du, indem Du sie in einen mit Wasser gefüllten Kübel stellst und zusätzlich von oben gießt. Der Feuchtigkeitsgrad der Erde wird so langsam wieder erhöht und die ursprüngliche Kapazität zur Wasserspeicherung wiederhergestellt.

Hydroponik und Gießen

In einem hydroponischen System wird natürlich anders gegossen/ bewässert als beim Grow auf Erde. Anders als bei nasser Erde sind die Wurzeln kontinuierlich mit Sauerstoff versorgt.
Die Bewässerung erfolgt über ein automatisches System fünf bis zehn mal am Tag. Pflanzen in einem hydroponischen System werden immer “nass” gegossen, insgesamt 20% mehr als die Pflanzen jeweils brauchen.
Das Restwasser fließt durch das Medium und spült alte, überflüssige Nährstoffe mit aus.

Grow flushen oder spülen

Zwei Wochen vor der Ernte solltest Du Deinen Grow spülen bzw. flushen, um alle Mineralien und Nährstoffe aus der Erde auszuwaschen. Durch das Ausspülen wird die Pflanze gezwungen, alle in der Pflanze verbliebenen Nährstoffe zu verbrauchen.
Vor dem Ausspülen Deines Grows solltest Du auf jeden Fall den pH-Wert messen und, falls notwendig, auf einen Wert von 6,5 – 7 anpassen. Dann die Erde bzw. den Topf großzügig gießen, 10 Minuten warten und dann nochmal gießen.
Flute Deinen Grow so lange und oft, bis er einen EC-Wert von nicht mehr als 50 ppm hat.

Grow Richtig Gießen Zusammenfassung

Beim Gießen solltest Du Dich verabschieden vom alten Grundsatz des “viel hilft viel”. Überwässerung stellt ein größeres und häufigeres Problem dar als die Unterwässerung Deiner Lieblinge.
Vor allem gibt es keine feste Grundregel für alle Pflanzen und jeden Grow Room. Die klimatischen Bedingungen in Deinem Grow Room oder Deiner Grow Box sind entscheidend für den Wasserbedarf Deiner Pflanzen, dazu natürlich die Beschaffenheit des Wassers, mit dem Du gießt.

So gelingt der Umstieg von Erde auf Coco

  1. Ein Grow mit Cocos oder Kokoserde bietet deutlich höhere Erträge im Vergleich zum Anbau auf Erde
  2. Was sind die Nachteile beim Grow mit Kokoserde?
  3. Gründe, wieso Du auf Coco umsteigen solltest
  4. So machst Du die perfekte Nährstofflösung für Deinen Coco Grow
  5. Coco Anbau FAQ – häufige Fragen & Antworten

Ein Grow mit Cocos oder Kokoserde bietet deutlich höhere Erträge im Vergleich zum Anbau auf Erde

Coco TerpeneBeim Grow auf Coco sind nicht nur die Erträge höher, sondern auch die Werte für Terpene (die Geschmacks- und Aromastoffe). Laut den Statistiken des amerikanischen Wettbewerb “The Grow-Off” bilden die Coco-Grower und deren im Wettbewerb eingereichten Endprodukte 100% der Gewinner in der Kategorie “Terpene”.
Ein Grow auf Coco garantiert damit nicht nur höchste Erträge, sondern auch beste Resultate in Punkto Qualität. Wenn Du also bereits gute Genetik besitzt und auf Erde growst, dann solltest Du die Vorteile von Coco nicht außer Acht lassen. Der Umstieg ist nicht nur für Profis, sondern auch für Anfänger durchaus machbar.

Was sind die Nachteile beim Grow mit Kokoserde?

Es gibt zwei wesentliche Nachteile, die einem die Entscheidung für Coco versalzen können.

  1. Der Anbau auf Coco ist durch den hohen Einsatz von Wasser und mineralischen Nährstoffen nicht besonders ökologisch. Jeder möchte die Umwelt schonen und der Trend geht sicher langfristig weg vom Indoor-Anbau mit extremen Einsatz von mineralischen Düngern. Das sogenannte “No-Till Growing” ist hier die einzige wirklich umweltschonende Anbaumethode.
  2. Der Zeitaufwand für das Anmischen der Nährstofflösung und die regelmäßige Bewässerung der Pflanzen (für maximalen Ertrag) sind deutlich höher als beim Anbau auf Erde. Die Nährstofflösung muss regelmäßig frisch angemischt werden. Einfach gießen mit Leitungswasser funktioniert beim Anbau auf Coco nicht!

Gründe, wieso Du auf Coco umsteigen solltest

Wenn Du die Nährstofflösung beim Grow auf Coco immer richtig anmischst, dann werden Deine Pflanzen deutlich schneller wachsen und am Ende mehr Ertrag abwerfen.
Für eine ideale Nährstofflösung muss (nur) der pH- und EC-Wert korrekt eingestellt werden. In diesem Artikel erklären wir, was dabei unbedingt zu beachten ist!
Nach etwas Übung wird das Anmischen der Nährstofflösung schnell zur Routine und Deine Pflanzen sind immer 100% gesund und vital. Das Wurzelwerk entwickelt sich in Kokoserde extrem gut und schnell – man könnte sagen: Pflanzen lieben Cocos!

Coco ist wie Hydroponic auf Stützrädern

Viele deutsche Grower schwören auf Erde, weil der hydroponische Anbau sehr viel schwieriger und weniger fehlertolerant ist. Beim Grow mit Kokossubstrat genießt man allerdings die wahnsinnigen Vorteile von Hydroponic und dem Anbau auf Erde. Selbst wenn das Kokossubstrat einmal austrocknet, Deine Pflanzen werden nicht anders reagieren als beim Grow mit Erde. Du kannst also Deine Pflanzen ganz normal von Hand gießen (1x pro Tag) und trotzdem die Vorteile einer Hydrokultur ernten.
Ab der Mitte der Blütephase ist es aber ratsam, eine automatische Tröpfchen-Bewässerung zu benutzen, weil man so mehrmals am Tag gießen bzw. füttern kann.Tröpfchen Bewässerungsset Grow

Kokos verzeiht also mehr Fehler als reine Hydroponic und macht es dadurch so gut einsetzbar. Und wusstest Du, dass man Kokos auch für mehrere Grow-Durchgänge verwenden kann?

Wer also dazu bereit ist, die Nährstofflösung regelmäßig korrekt zu präparieren, wird beim Indoor-Grow beste Ergebnisse erzielen. Das Medium ist leicht zu gebrauchen und steril – einfacher geht’s nicht!

So machst Du die perfekte Nährstofflösung für Deinen Coco Grow

Folgendes Grow Equipment benötigst Du für den Anbau auf Cocos:

Halten wir es kurz und einfach:

Du brauchst ein pH-Messgerät, damit Du Deine Nährstofflösung auf einen pH-Wert zwischen 5,5 und 6,5 einstellen kannst. Der pH-Wert Deines Leitungswassers ist oft zu hoch. Es wird immer erst der Dünger hinzugegeben und am Ende der EC- und pH-Wert kontrolliert. Für einen Low Budget Coco Grow reicht ein Test Kit mit Farbskala völlig aus!

Der EC-Wert gibt an, wie viele Nährstoffe im Wasser gelöst sind. Umso höher der EC-Wert, desto höher die Konzentration der gelösten Nährstoffe. Zu Beginn reicht ein EC-Wert von 0,6 – 1,0, und in späteren Phasen schwankt der EC-Wert zwischen 1,4 und 2,0. Generell kann man sagen, dass oft zu viel Dünger benutzt wird. Ein niedriger EC-Wert ist meist völlig ausreichend!EC-Wert messen

Beim Anbau auf Kokos sollte immer ein spezieller Kokos-Dünger verwendet werden. Top-Seller ist mit Abstand Canna Coco A + B. Der Zwei-Komponenten-Dünger ist immer der Hauptdünger – alles andere sind “nur” Zusätze! Wichtig ist auch, dass man zuerst A (umrühren) und dann B (umrühren) hinzugibt. Die Dünger sollten also nicht direkt miteinander gemischt werden!Kokosdünger
Canna Coco Anleitung:
Canna Coco A rein umrühren
Canna Coco B rein umrühren
Canna Rhizotonic rein umrühren
Canna Cannazym rein umrühren
(Canna Boost und PK nur in der Blütephase)

Wenn Du Deine Nährstofflösung fertig gemischt hast, muss der pH-Wert final gemessen und wahrscheinlich korrigiert werden.

Unser Tipp: Befülle einen Messbecher (100ml) mit Leitungswasser und gib dort ein paar Milliliter Säure hinzu!Verdünnte Säurelösung

Canna empfiehlt für den gesamten Grow die Verwendung von Salpetersäure (pH down Grow). Mit der verdünnten Säurelösung kannst Du jetzt den pH-Wert Deiner Nährstofflösung langsam anpassen. Gib ein wenig der Säurelösung zu Deiner Nährstofflösung, rühre kräftig um und kontrolliere mit einem pH-Wert Messgerät die Veränderung. Ein pH-Wert zwischen 5,5 und 6,5 ist völlig OK. Wenn Du ein digitales pH-Wert Messgerät benutzt, dann beachte bei der Messung, dass die Werte langsam nach unten gehen. Du musst also das pH Messgerät 2-3 Minuten in die Lösung halten, um einen halbwegs stabilen Wert ablesen zu können.

Um die Mengen einfach und schnell zu dosieren, sollte man Pipetten und Messbecher zur Hand haben. Ein sogenannter Pipettierhelfer ermöglicht die exakte Dosierung auf ml Basis!

Coco DrainWer beim Cocos Grow die besten Ergebnisse erzielen will, sollte unbedingt einen ungehinderten “Drain” ermöglichen. Man sollte also eine Art Fluttisch benutzen, damit überschüssiges Wasser sofort abgeleitet werden kann. Gerade zum Spülen der Pflanzen braucht man eine einfache Möglichkeit, viel Drain (Abwasser) ohne Probleme von der Pflanzen abzuleiten, damit keine Staunässe entsteht. Wenn man ohne Drain arbeitet, sollte man aufpassen, dass der EC-Wert im Cocos nicht übermäßig ansteigt. Der EC-Wert steigt durch zu viel Dünger oder zu viele Trockenphasen, weil sich dann die Salze im Substrat ablagern.

Wer also bereit ist, die Nährstofflösung regelmäßig korrekt anzumischen, kann sofort von den Vorteilen beim Anbau auf Kokos profitieren.

Grow on!
Euer Growmart Team

Coco Anbau FAQ – häufige Fragen & Antworten

Was sind die Erfahrungen mit Coco?
Der Anbau auf Coco ist besonders einfach, solange  man die Nährstofflösung korrekt anmischt. Die Erfahrungen mit Kokos sind weltweit positiv!

Coco wie oft gießen?
Wenn die Pflanzen klein sind reicht es aus zu gießen, wenn das Kokossubtrat fast ausgetrocknet ist. So wird das Wurzelwachstum gefördert! In der späteren Wuchs- und Blütephase sollte man mindestens einmal am Tag das Substrat komplett nass machen.

Coco ohne Drain, geht das überhaupt?
Ja, das ist überhaupt kein Problem. Wenn das Kokossubstrat austrocknet, lagern sich besonders viele Salze an. Wenn das passiert oder man keinen guten Drain hat, sollte man mit dem EC-Wert eher niedrig bleiben, dann funktioniert der Coco Grow auch ohne Drain!

Coco spülen? Wann und wie macht man das?
Das Kokossubstrat kann auch ohne Drain gespült werden. Idealerweise hat man natürlich die Möglichkeit überschüssige Salze ungehindert abzutransportieren, aber ein niedriger EC-Wert über längere Zeit hinweg erreicht einen ähnlichen Effekt. Wichtig ist, dass man früh genug mit dem Spülen anfängt.

Welcher pH-Wert beim Coco Grow?
Viele Grower geben an, dass beim Anbau auf Coco ein pH-Wert von 5,8 optimal ist.

Welche Töpfe für Kokossubstrat benutzen?
Ideal sind eher kleine und hohe Töpfe. Vorteil bei kleinen Töpfen ist, dass man häufiger gießen kann. Air-Pots 3 Liter sind z. B. optimal, weil die Töpfe eher hoch als breit sind. Das hat den großen Vorteil, dass mehr Wasser und Nährstoffe von der Pflanzen absorbiert werden können. Die Schwerkraft zieht das Wasser sofort nach unten – daher sollte man immer eher weniger und langsamer gießen, denn nur so kann sich die Nährstofflösung im ganzen Substrat verteilen.

5 Tipps, wie man den Geruch beim Indoor Growing los wird

Beim Indoor Growing in der Growbox kann es schon mal vorkommen, dass die Pflanzen, die man hegt und pflegt, besonders in der Blütephase Gerüche absondern. Sogenannte flüchtige organische Verbindungen (volatile organic compounds, kurz VOC) sind kohlenstoffhaltige Stoffe, die durch Verdunstung in die Gasphase übergehen und die Luft dadurch quasi “verunreinigen”. Und das kann man riechen! Da ja niemand mit seiner Gärtnerei die Nachbarn stören möchte, gibt es natürlich ein paar Abhilfen, um lästige Gerüche zu eliminieren.

Hier sind die wichtigsten fünf wichtigsten Methoden zur Geruchsneutralisierung im Grow Room:

1. Temperatur und Luftfeuchtigkeit kontrollieren und senken

GrowPRO Thermometer & HygrometerDie Temperatur und Luftfeuchtigkeit können einen nicht unerheblichen Einfluß auf das Entstehen von Gerüchen in der Blütephase haben. Abgesehen davon sind dies in der Blüte sowieso absolut erhebliche Faktoren, da die Luftfeuchtigkeit eher niedrig sein sollte, so dass sich kein Schimmel bilden kann. Außerdem funktionieren Aktivkohlefilter auch nicht mehr, wenn die Luftfeuchtigkeit über 70% liegt. Dies ist definitiv zu hoch.
Als schnelle Abhilfe empfehlen sich grundsätzlich ein Luftentfeuchter und eine Klimaanlage.
Wie man sonst noch die Luftfeuchtigkeit kontrollieren kann, steht hier: Luftfeuchtigkeit senken (oder erhöhen) beim Indoor Grow und es gibt auch Abhilfe, falls den Pflanzen zu warm ist.

2. Die Luft muss zirkulieren

Auch die Luftzirkulation hilft nicht nur gegen Schimmel, Hitzestaus oder zu hohe Luftfeuchtigkeit sondern sorgt auch dafür, dass Gerüche abtransportiert werden. Optimal ist die Kombination aus Umluftventilatoren im Grow Room sowie eines Abluftsystems, welches verbrauchte Luft nach draußen zieht und reinigt. In größeren Grow Rooms gibt es ggf. auch noch ein Zuluftsystem mit etwas weniger Leistung.

3. Sorge für einen leichten Unterdruck im Grow Room

Wenn in den Grow Room oder die Growbox etwas weniger Luft zugeführt wird, als durch das Abluftsystem abgeführt wird, entsteht ein leichter Unterdruck. Dieser verhindert, dass Gerüche unkontrolliert austreten und sie werden nur durch das Abluftsystem nach draußen gelangen.
Beim Einsatz einer Growbox passiert das quasi automatisch, wenn man kein Zuluftsystem benutzt. Das Abluftsystem zieht dann die Luft nach draußen und durch kleine Öffnungen in der Growbox zieht neue Luft nach innen. Die Öffnungen für Zuluft sollten dabei größer als die Öffnung für Abluft sein.
Sollte ein aktives Zuluftsystem eingesetzt werden, so sollte es stets weniger Förderleistung als das Abluftsystem haben.

4. Geruchsneutralisierendes Gel

ONA Gel, Fresh LinenBei starken Gerüchen in den letzten Wochen der Blüte kann ein geruchsneutralisierendes Gel helfen. Das klingt zwar erstmal super aber es ist wichtig zu wissen, dass diese Gele streng genommen Gerüche nicht neutralisieren, sondern überdecken. Als eine zusätzliche Maßnahme kann es aber durchaus helfen.
Das Gel sollte dabei nicht bei den Pflanzen im Grow Room stehen sondern besser dort, wo die verbrauchte Luft hin abtransportiert wird. Nur so lässt es sich absolut sicher verhindern, dass die Pflanzen nicht Teile des Geruchs des Gels annehmen.

5. Aktivkohlefilter

Aktivkohlefilter sind die mit Abstand effektivste Methode zur Luftreinigung. Für jeden guten Indoor Grow ist ein Aktivkohlefilter ein Muss. Die Abluft sollte erst durch den Aktivkohlefilter gezogen und dann vom Rohrventilator weiter nach draußen transportiert werden, wobei beim Auslass oder ggf. sogar im Luftrohr selbst ein geruchsneutralisierendes Gel eingesetzt werden kann.
Um die Lebensdauer des Aktivkohlefilters zu verlängern, sollte das Filtervlies in regelmäßigen Abständen gewechselt werden.

Rohrventilator mit Aktivkohlefilter

So viel Strom kostet ein Indoor Grow (NDL vs LED)

Beim Indoor Growing in der Growbox sind die Stromkosten leider nicht zu vernachlässigen. Die Grow-Lampen, Abluft und Ventilation sind hierbei die größten Kostentreiber. Im Folgenden erfährst Du, was ein Home Grow mit 400 Watt ungefähr kostet, und wie das Kostenverhältnis zu einer LED Grow Lampe ist.

Stromzähler

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Luftfeuchtigkeit senken (oder erhöhen) beim Indoor Grow

Wichtiges Thema ist und bleibt die Luftfeuchtigkeit beim Indoor Growing in der Growbox. Grundsätzlich mögen viele Pflanzen feuchte Luft, es darf aber nicht zu viel werden. Denn über die Blätter geben die Pflanzen Feuchtigkeit an die Luft ab und das wird zunehmend schwieriger, je feuchter die Luft bereits ist.

Wenn die Luftfeuchtigkeit zu hoch ist verlangsamt sich die Aufnahme von Nährstoffen und es kommt zu Beeinträchtigungen bei Wachstum und Blüte. Ferner kann es im Schlimmstfall zu Mehltau oder inbesondere in der Blütephase zu Grauschimmelfäule an den Blüten kommen.

Luftfeuchtigkeit messen und kontrollieren

Was also tun? Da die Pflanzen permanent Feuchtigkeit an die Luft abgeben, steigt die Luftfeuchtigkeit im Growzelt. Die Luftfeuchtigkeit sollte aus den oben genannten Gründen aber niemals zu hoch sein. Continue reading Luftfeuchtigkeit senken (oder erhöhen) beim Indoor Grow