pH-Wert messen und korrigieren: So wird’s gemacht

Der pH-Wert ist für viele Einsteiger ein großes Mysterium und markiert für viele die Grenze zum professionellen Growen. Aber mal ehrlich: So kompliziert ist das auch wieder nicht. Außerdem kann ein richtig eingestellter pH-Wert euer Ergebnis erheblich verbessern, es gibt also keinen Grund dieses Thema nur den Profis zu überlassen!

pH-Wert: Was ist das eigentlich?
Beginnen wir mal schnell mit den Basics: Der pH-Wert gibt an, wie sauer oder basisch eine Flüssigkeit ist, in diesem Fall geht es natürlich um eine Nährlösung für Pflanzen. Für die Wurzeln ist der pH-Wert sehr wichtig! Wenn der pH-Wert nicht stimmt, nehmen die Wurzeln zwar weiterhin Wasser auf, aber keine Nährstoffe mehr.

Ein kleines Beispiel: Bei einem pH-Wert unter 5,5 nehmen die Pflanzen nur noch sehr wenig Phosphor auf. Egal wie viel reinen Phosphor ihr in eure Nährlösung reinkippt: Ist der pH-Wert zu niedrig, wird er einfach nicht mehr aufgenommen, auch wenn eigentlich mehr als genug vorhanden wäre. Die Pflanze schwimmt also quasi in Phosphor und zeigt euch trotzdem einen eindeutigen Mangel an.

Zweites Beispiel, dieses mal in die andere Richtung: Steigt der pH-Wert auf über 7,5 an, können die Wurzeln kaum noch Eisen und Mangan aufnehmen, auch wenn es zu genüge vorhanden wäre.

Mit anderen Worten: Der pH-Wert ist quasi der Türsteher an der Wurzel. Der optimale Wert liegt zwischen 5,8–6,2. Dann hat der Türsteher gute Laune und lässt jeden rein, egal ob Stickstoff, Phosphor oder Zink. Blöd wird es erst, wenn der Türsteher sauer wird. Dann darf nämlich nicht mehr jeder rein, auch wenn ein großer Andrang herrscht. Genau so verhält es sich auch, wenn die Schicht mal zu lange geht und der Türsteher zu viele Laugenbrezeln gefressen hat und er dadurch zu basisch wird: Zack, die Wurzeltür ist zu, „Du kommst hier net rein!“

Der pH-Wert ist also kein Hexenwerk, sondern sehr easy zu verstehen! HIER findet ihr noch eine kleine Übersicht dazu, die sollte alle weiteren Fragen aus dem Weg räumen.

pH-Wert messen mit Messgerät: Was muss man beachten?
pH-Messgeräte sind extrem benutzerfreundlich und sehr verlässlich, vor allem da man sie einfach selbst nachkalibrieren kann. Ein anständiges pH-Messgerät fängt bei 50€ an, viel weniger solltet ihr nicht ausgeben. Ein pH-Messgerät hat eine Elektrode, welche immer feucht gehalten werden muss. Daher haben die Elektroden eine extra Kappe, welche mit Flüssigkeit gefüllt ist. Also bitte immer vorsichtig öffnen und nicht verschütten, die Flüssigkeit hierfür ist relativ teuer, meistens bekommt man nur ein 10ml Fläschchen gratis. Diese Elektrode misst auch den pH-Wert. Wenn sie einmal austrocknet, müsst ihr eine neue kaufen! Also bitte regelmäßig überprüfen ob noch genug Flüssigkeit in der Kappe vorhanden ist.

pH-Messgerät eichen
Bei einem anständigen Messgerät habt ihr immer zwei Eichlösungen, mit welcher ihr das pH-Messgerät kalibrieren könnt, pH 4 und pH 7. Das kalibrieren an sich ist sehr einfach und in der Beschreibung jedes Gerätes detailliert beschrieben.

Das ADWA AD11 pH-Messgerät beispielsweise ist sehr schnell und einfach zu kalibrieren: Man schaltet das Gerät ein und hält den Button mit ON/OFF/MODE lange gedrückt, bis der Hinweis pH 7.01 USE erscheint. Dann taucht man es in die Eichlösung für pH7 ein und der Hinweis REC erscheint, bis sich das Gerät kalibriert hat und den Wert pH 7.01 und OK1 anzeigt. Anschließend erscheint der Hinweis pH 4.01 USE und man wiederholt die Prozedur mit Eichlösung für pH4, bis pH 4.01 und OK2 angezeigt wird.

Wann wird gemessen?
Der pH-Wert von Nährlösungen sinkt in den ersten 24 Stunden oft. Daher ist es sehr sinnvoll, die Nährlösung nach dem anrühren einfach einen Tag lang stehen zu lassen und erst dann den pH-Wert zu messen. Wenn ihr den pH-Wert zu früh messt und direkt Säure nachkippt, um den pH-Wert zu senken, ist er nach 24 Stunden meistens zu niedrig und ihr dürft direkt wieder eine Lauge draufkippen. Spart euch dieses hin und her, wartet einfach einen Tag ab und gut ist die Sache!

pH-Wert verändern: So einfach wie es scheint?
Ja, tatsächlich ist dies heutzutage sogar ziemlich einfach! Fast jeder Düngerhersteller hat ein „pH-Minus“ und „pH-Plus“ im Angebot, was diese Stoffe bewirken ist wohl eindeutig… Bitte achtet hier genau auf die Angaben und passt auf eure Pfoten auf, Säure und Haut verstehen sich nicht so gut. Früher musste man als Grower noch mit Wasserstoffperoxid arbeiten, heutzutage gibt es glücklicherweise diese Komplettlösungen der Hersteller. Wie oben erwähnt solltet ihr den pH-Wert nicht direkt nach dem Anrühren messen und korrigieren, sondern erst nach ungefähr 24 Stunden. Wichtig: Die Nährlösung sollte nicht in einem geschlossenen Behälter stehen, sondern „atmen“ können. Mit einem Luftstein lässt sich dieser Prozess außerdem verschnellern.

Fazit: Der pH-Wert ist definitiv kein Hexenwerk und heutzutage auch nicht mehr nur für Profis! Mit einem richtig eingestellten pH-Wert können eure Pflanzen die richtigen Stoffe aufnehmen und wachsen dadurch schneller und ertragreicher. Der optimale pH-Wert liegt zwischen 5,8 und 6,2, in diesem Bereich darf und soll der pH-Wert auch gerne ein bisschen hin und her schwanken, einen dauerhaften Optimalwert für jede Phase gibt es aber nicht.